Das Jahr 2025 war von einer insgesamt verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland geprägt. Zwar konnte sich die deutsche Wirtschaft nach der ausgeprägten Schwächephase der Vorjahre leicht stabilisieren, eine durchgreifende konjunkturelle Erholung blieb jedoch aus. Belastend wirkten weiterhin hohe weltwirtschaftliche Unsicherheiten, unter anderem infolge der unberechenbaren US-Handelspolitik, der Krieg in der Ukraine sowie strukturelle Herausforderungen im Inland wie die hohe Bürokratiebelastung und ein allgemeiner Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Im Zuge von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit angekündigten US-Importzollerhöhungen war die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal zunächst noch spürbar gestiegen, im weiteren Jahresverlauf überwogen jedoch die dämpfenden Effekte der tatsächlich eingeführten Zölle, sodass sich die konjunkturelle Dynamik wieder abschwächte.
Die Wirtschaft in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon verharrte im Jahr 2025 in einer konjunkturell angespannten Lage. Durch eine schwache Inlandsnachfrage, unsichere außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie im internationalen Vergleich hohe Kosten bleibt die konjunkturelle Entwicklung belastet. Die heimische Region, die stark mittelständisch geprägt ist, befindet sich in einem Transformationsprozess, um sich auch zukünftig trotz hoher Energiekosten, bürokratischer Hemmnisse und des demografischen Wandels wettbewerbsfähig zu zeigen.
In diesem gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat die VerbundVolksbank OWL eG erneut ihre genossenschaftliche Stärke zur Unterstützung und Förderung der heimischen Wirtschaft unter Beweis gestellt. Im von den Vereinten Nationen ausgerufenen „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ unterstrich sie mit ihrem Geschäftsergebnis die Modernität des genossenschaftlichen Modells mit einer konsequenten Mitgliederorientierung. Im Geschäftsjahr 2025 setzte die VerbundVolksbank OWL eG ihren nachhaltigen Wachstumskurs der Vorjahre fort und erzielte Ergebniszahlen, die die eigenen Planungen übertroffen haben. Unter anderem konnte die genossenschaftliche Regionalbank mit ihren sieben regionalen Zweigniederlassungen in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon im klassischen Kredit- und Einlagengeschäft deutliche Zuwächse verzeichnen.
Bilanzsumme in TEUR
2025
2024
+3,1 %
+332.150
Kundenforderungen in TEUR
2025
2024
+7,4 %
+521.266
Kundeneinlagen in TEUR
2025
2024
+3,8 %
+287.419
Struktur der Kundeneinlagen 2025
Kreditgeschäft
Die VerbundVolksbank OWL eG hat im Geschäftsjahr 2025 ihren genossenschaftlichen Auftrag erneut erfolgreich erfüllt: Sie unterstützt ihre Mitglieder und Kunden mit Krediten, sichert dadurch Arbeitsplätze vor Ort und ermöglicht Investitionen sowie Wachstum. Dabei bezieht sie ESG-Kriterien in ihre Kreditentscheidungen ein, um Finanzierungen nachhaltig zu gestalten.
Die Geschäftstätigkeit im abgelaufenen Jahr stand im Zeichen einer der Kernkompetenzen der Bank: einer verlässlichen Kreditversorgung der Mitglieder und Kunden. Das Wachstum im Kreditgeschäft lag deutlich über der eigenen Planung und über dem bundesweiten Durchschnitt der genossenschaftlichen Finanzinstitute (+ 3,8 %): Die Kundenforderungen stiegen um 7,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro.
Während das Kreditgeschäft der Privatkunden um 4,3 Prozent gestiegen ist, erhöhten sich die Kredite der Unternehmenskunden um 9,6 Prozent. Das Unternehmenskundengeschäft wurde insbesondere durch Projektfinanzierungen im Segment regenerativer Energien getrieben, die um 20,1 Prozent auf eine Gesamtzusage von 1,645 Milliarden Euro angestiegen sind. In einem wirtschaftlich volatilen Umfeld agierte die Bank damit als stabiler Anker für die heimische Region und stellte sicher, dass notwendige Transformationen, zum Beispiel im Bereich der betrieblichen Modernisierung, vor Ort finanziert werden konnten. Die Nähe zu den Mitgliedern und Kunden ermöglicht eine Kreditversorgung, die auf tiefer Marktkenntnis und kurzen Entscheidungswegen basiert.
Einlagengeschäft
Aufgrund der weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung sowie der anhaltenden Vorsicht bei Konsum- und Investitionsentscheidungen blieb die Sparneigung der Kunden im vergangenen Jahr auf einem stabilen Niveau. Daher unterstreicht der überplanmäßige Zuwachs bei den Kundeneinlagen um 3,8 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro das hohe Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die Solidität der VerbundVolksbank OWL eG. In einem Marktumfeld, das von Unsicherheit geprägt war, wurde sie erneut als „sicherer Hafen“ wahrgenommen. Dieser Vertrauensbeweis bildet die stabile Refinanzierungsbasis für das regionale Kreditgeschäft und dokumentiert die feste Verankerung der Bank in der Region.
Der Erfolg im Einlagengeschäft ist primär auf eine intensive und bedarfsorientierte Anlageberatung zurückzuführen. Mehr als die Hälfte des Wachstums stammt aus dem Privatkundengeschäft. Insbesondere setzten die Kunden auf Tagesgelder und Termineinlagen. Besonders stark nachgefragt waren die eigenen Festgeldprodukte der Bank für Mitglieder.
Dienstleistungsgeschäft
Wertpapiergeschäft, Vermögensberatung und Vermögensverwaltung
In einem von Schwankungen geprägten Kapitalmarktumfeld war der Bedarf der Mitglieder und Kunden an fundierter Beratung besonders hoch. Der Anspruch der VerbundVolksbank OWL eG ist es, die Mitglieder und Kunden bei der Vermögensstrukturierung umfassend zu beraten und ihnen gezielt Lösungen zur realen Vermögenserhaltung und Vermögensentwicklung anzubieten. Dadurch konnte die Bank attraktive Anlagealternativen jenseits klassischer Einlagen aufzeigen. Die Kurswerte aller Kundendepots erreichten 6,2 Milliarden Euro und bedeuten ein Wachstum von rund 10 Prozent. Der erfreuliche Zuwachs bestätigt die hohe Qualität der individuellen Anlagekonzepte der Bank und ihre Stärke in der Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Verbundpartnern.
Auch der unabhängige Vermögensverwalter Werther und Ernst, eine 70-prozentige Tochtergesellschaft der VerbundVolksbank OWL eG, blieb auf seinem konsequenten Wachstums- und Erfolgskurs. Das verwaltete Vermögen der Gesellschaft stieg um über 17 Prozent auf gut 2,7 Milliarden Euro.
Bauspargeschäft
Das Neugeschäft im Bausparen blieb im Berichtsjahr verhalten. Diese Entwicklung ist primär auf das veränderte Zinsumfeld und die allgemeine Zurückhaltung am Immobilienmarkt zurückzuführen. Nachdem viele Kunden in der Niedrigzinsphase ihre Konditionen langfristig gesichert hatten, folgte eine Phase der Marktkonsolidierung, die 2025 anhielt. Dennoch bleibt der Bausparvertrag ein wesentliches Instrument zur langfristigen Zinssicherung, insbesondere mit Blick auf künftige Modernisierungsvorhaben.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge sank im Vergleich zum Vorjahr auf circa 3.000, der Gesamtbestand der von der VerbundVolksbank OWL eG betreuten Bausparverträge betrug zum 31.12.2025 rund 59.900 (- 4 %).
Versicherungsgeschäft
Die VerbundVolksbank OWL eG hat sich mit verschiedenen Maßnahmen in den vergangenen Jahren frühzeitig strategisch darauf eingestellt, dass der Bereich Absicherung und Vorsorge zunehmend an Relevanz für die Mitglieder und Kunden gewinnt. Versicherungslösungen waren auch im Geschäftsjahr 2025 stark nachgefragt, und die Mitglieder und Kunden vertrauten auf die spezialisierte Beratungskompetenz der VerbundVolksbank OWL eG. Im Neugeschäft der Lebens- und Rentenversicherungen stieg die bewertete Versicherungssumme auf 66,4 Millionen Euro, was einem Plus von 10,4 Prozent entspricht.
Immobiliengeschäft
Das Immobiliengeschäft verzeichnete 2025 eine deutliche Erholungsdynamik. Nach einer verhaltenen Marktentwicklung in den Vorjahren sorgten auch sinkende Leitzinsen für eine kräftige Wachstumsentwicklung bei privaten Immobilienfinanzierungen. Das Volumen der neuen Baufinanzierungen legte um 31 Prozent auf 536 Millionen Euro zu. Diese Zahlen unterstreichen die spürbare Belebung des Marktes.
Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 350 Objekte mit einem Volumen von 78 Millionen Euro vermittelt. Zudem wurden rund 5.400 Wohn- und Gewerbeeinheiten verwaltet.
Als Immobilien-Dienstleister bietet die OWL Immobilien GmbH die Vermittlung, Entwicklung und Projektierung von Immobilien sowie die Verwaltung von Wohneinheiten in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon.
Internationales Geschäft
Das Kompetenzzentrum „Internationales Geschäft“ der VerbundVolksbank OWL eG fungiert als hoch spezialisierte Einheit, die international tätige mittelständische Unternehmen bei grenzüberschreitenden Aktivitäten unterstützt und für einen sicheren Zahlungsverkehr Sorge trägt. Es bündelt Expertise, um Risiken im Auslandsgeschäft zu minimieren, Finanzierungen zu optimieren und strategisch in Fragen des internationalen Handels zu beraten. Mit dem eigenen Kompetenzzentrum „Internationales Geschäft“ hat die Bank in der genossenschaftlichen Bankengruppe ein wichtiges Leistungsmerkmal.
Das Kompetenzzentrum wickelte im Geschäftsjahr 2025 rund 34.700 Transaktionen ab (+ 2,7 %) und unterstützte so den regionalen Mittelstand im Export- und Importgeschäft. Der Umsatz dieser Transaktionen belief sich auf 1,35 Milliarden Euro (+ 7,9 %). Die Export- und Importaktivitäten der Kunden wurden durch die geopolitischen Konflikte, die Folgen der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Deutschland und die restriktive Zollpolitik der USA beeinflusst, die für die deutsche Exportwirtschaft eine große Herausforderung darstellte.
Zins- und Währungsmanagement
Auch 2025 stand angesichts einer schwächelnden Konjunktur die Begleitung und aktive Betreuung der Kunden im Vordergrund des Kompetenzzentrums „Zins- und Währungsmanagement“.
Gegenüber dem US-Dollar, der für unsere Kunden die wichtigste Währung darstellt, wertete der Euro seit den eskalierenden Zollstreitigkeiten mit den USA kontinuierlich und deutlich in Richtung 1,20 EUR/USD auf. Die Volatilität nahm dabei in Abhängigkeit der beidseitigen Verlautbarungen zu. Diese Entwicklung brachte Vorteile für Importeure mit sich, erschwerte jedoch auf der anderen Seite den Export.
Geprägt durch die Rahmenbedingungen lag das Volumen der Sicherungsgeschäfte im Währungsmanagement unter dem Vorjahresniveau, die Anzahl der Transaktionen hingegen stieg mit 1.635 Stück (Vorjahr: 1.531) an.
Bei der Beratung unserer Kunden spielten neben den Schwerpunkten Kassa- und Termingeschäfte auch die Optionsstrategien weiterhin eine nennenswerte Rolle.
VerbundVolksbank OWL eG stark in der Personalgewinnung


Die VerbundVolksbank OWL eG legt höchsten Wert auf eine verantwortungsvolle und nachhaltige Personalpolitik. Der Anspruch ist es, als ein moderner Arbeitgeber im Geschäftsgebiet Mitarbeitende in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten und zu fördern.
Mit großem Erfolg hat sich die Bank auf die spürbaren Veränderungen am Arbeitsmarkt eingestellt. Der klare Fokus auf Personalbindung und Personalgewinnung zahlt sich aus. Die Gesamtzahl der Mitarbeitenden (inklusive der Tochtergesellschaften) konnte damit um 50 Kolleginnen und Kollegen auf 1.331 gesteigert werden (Stand 31.12.2025).
Dank ihrer Erfolge in der Personalgewinnung und im Wettbewerb um Talente landete die VerbundVolksbank OWL eG in dem erstmals erhobenen Ranking „Top Arbeitgeber Recruiting Deutschland 2025“ unter den Top Ten, in der Bankenbranche sogar auf Rang eins. Zudem erhielt sie zum fünften Male in Folge auch das Siegel „TOP Company“ der Bewertungsplattform Kununu und wurde erneut als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet – zum wiederholten Male im Kreis Paderborn sowie erstmals im Kreis Minden-Lübbecke und in Bielefeld.
Im Wettbewerb um Fachkräfte setzt die Bank weiterhin auf eine hohe Qualität in der eigenen beruflichen Erstausbildung. Zum Jahresende befanden sich insgesamt 85 (Vorjahr: 74) junge Menschen in der Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/-frau, zum/zur Kaufmann/-frau für Dialogmarketing oder zum/zur Fachinformatiker/-in für Systemintegration sowie im dualen Studium zum Bachelor of Arts in Banking and Finance. Im Berichtsjahr konnte allen, die nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung ihre berufliche Laufbahn im Hause der VerbundVolksbank OWL eG fortsetzen wollten, ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot unterbreitet werden.
Die Personalentwicklung als ein zentraler Bestandteil des gesamten Personalmanagements verfolgt das Ziel, die Mitarbeitenden ziel- und bedarfsgerecht aus- und weiterzubilden. Neben bankfachlichem Wissen stehen stärkenorientierte, dem Potenzial der Mitarbeitenden entsprechende, Fort- und Weiterbildungen im Fokus. Die Aufwendungen für die Personalentwicklungsmaßnahmen beliefen sich auf rund 1,6 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.
Aktuelle Stellenangebote sind jederzeit im Online-Karriereportal der Bank einzusehen. Hier finden potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auch Informationen zu Mitarbeiter-Benefits und zum Bewerbungsprozess.
Vermögenslage
Eigenmittel
Im Rahmen der Geschäftspolitik trägt die Bank Sorge für eine angemessene Eigenkapitalausstattung. Diese hilft, die aufsichtsrechtlichen Normen zu erfüllen und die Risikotragfähigkeit der Bank sicherzustellen.
Die Vorgaben des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie der Capital Requirements Regulation (CRR) zu Großkrediten, Organkrediten und zur Offenlegung wurden 2025 stets eingehalten. Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von den erwirtschafteten Rücklagen und den Geschäftsguthaben der Mitglieder. Vor dem Hintergrund der steigenden Eigenmittelanforderungen stand für die VerbundVolksbank OWL eG im Jahr 2025 weiterhin die Stärkung des Eigenkapitals im Vordergrund. Die Eigenmittel wurden durch Rücklagenbildung aus dem Jahresüberschuss 2024 um 14,3 Millionen Euro sowie durch Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) um 41,5 Millionen Euro gesteigert. Außerdem konnten die Geschäftsguthaben auf 269,9 Millionen Euro erhöht werden.
Risikolage und Risikodeckung
Für erkennbare Risiken in den Kundenforderungen sind Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen in ausreichender Höhe gebildet worden. Den latenten Risiken aus dem Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen.
Die VerbundVolksbank OWL eG gehört der BVR Institutssicherung (BVR ISG Sicherungssystem) an. Das BVR ISG Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.
Daneben ist die Bank der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR SE ist als zusätzlicher genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR ISG Sicherungssystem tätig.
Finanz- und Liquiditätslage
Die Zahlungsfähigkeit war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit jederzeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 120 Prozent aus und lagen damit sehr deutlich über dem vorgegebenen Wert von 100 Prozent.
Die gute Vermögenslage der Bank zeigt sich unter anderem in einer über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegenden Eigenkapitalausstattung. Die Gesamtkapitalquote ist zwar gegenüber dem Vorjahr (17,6 %) infolge regulatorischer Anpassungen aufgrund der Einführung der CRR III um 1,1 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent gesunken, gleichwohl konnte im Geschäftsjahr 2025 das bilanzielle Eigenkapital unter Berücksichtigung der nachrangigen Verbindlichkeiten und des Fonds für allgemeine Bankrisiken um 81,6 Millionen Euro (Vorjahr: 73,6 Millionen Euro) gestärkt werden. Die Gewinnverwendung wird sich auch im Geschäftsjahr 2026 in einer Stärkung der aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten niederschlagen. Die Eigenkapitalsituation sichert damit auch zukünftig die Kreditvergabe und eine gute Risikotragfähigkeit der Bank. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen wurden im Geschäftsjahr übererfüllt.
Ertragslage
Trotz eines unverändert anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds wirkte sich das Wachstum im Kerngeschäft auch auf das operative Ergebnis aus. Hier zeigt sich, wie effizient und ertragsstark die VerbundVolksbank OWL eG die Herausforderungen bewältigt hat.
Jahresvergleich

Hier ein detaillierter Überblick über die Ertragslage:
- Der Zinsüberschuss stieg auf 196,2 Millionen Euro. Das bedeutet ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Auch beim Provisionsüberschuss legte die Bank erneut zu. Er belief sich auf 72,6 Millionen Euro (+ 3,4 %).
- Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr auf 16,5 Millionen Euro gestiegen (+ 6,4 Millionen Euro), im Wesentlichen aufgrund der Auflösung verschiedener Rückstellungen.
- Unter anderem aufgrund des neuen Tarifvertrages für die Genossenschaftsbanken und der erfolgreichen Gewinnung neuer Mitarbeitender wuchs der Personalaufwand auf 80,4 Millionen Euro (+ 4,8 %) an.
- Die anderen Verwaltungsaufwendungen stiegen ebenfalls auf 51,9 Millionen Euro (+ 3,4 %).
- Die Abschreibungen auf Sachanlagen gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Millionen Euro auf 6,8 Millionen Euro zurück.
- Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro gestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einer höheren Rückstellungsbildung als im Vorjahr.
- Das Bewertungsergebnis gestaltete sich insgesamt mit - 25,8 Millionen Euro negativ, lag aber deutlich über dem Vorjahreswert und entwickelte sich besser als geplant. Aufgrund der konjunkturellen Entwicklung war das Bewertungsergebnis im Kreditbereich mit den entsprechenden Wertberichtigungen in der Jahresplanung berücksichtigt.
- Der handelsrechtliche Steueraufwand stieg aufgrund der verbesserten Ertragslage deutlich auf 33,9 Millionen Euro (+ 46,7 %).
- Das operative Betriebsergebnis vor Bewertung (Teilbetriebsergebnis) konnte nach den Zuwächsen in den Vorjahren nochmals deutlich auf 144,1 Millionen Euro gesteigert werden (+ 16 %) und erreichte damit 1,33 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Hier spielen neben dem starken Wachstum im Kundengeschäft auch Sondereffekte durch die Auflösung von Rückstellungen eine Rolle.
- Unter Einbeziehung des Bewertungsergebnisses sowie nach Abzug der Steuern und der Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken wird ein Jahresüberschuss von 25,5 Millionen Euro ausgewiesen (+ 5,5 %).
- Die hohe Effizienz der VerbundVolksbank OWL eG belegt die Cost-Income-Ratio (CIR), die erstmals in der langen Bankgeschichte unter 50 Prozent lag und mit 49,6 Prozent den historisch niedrigsten und damit besten Stand erreichte (Vorjahr: 52 Prozent).
Zur Stärkung des Eigenkapitals wurden 58,7 Millionen Euro aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres 2025 dem Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB zugeführt.
Der Vertreterversammlung wird vom Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagen, neben der bereits vorgenommenen Vorwegzuweisung von 5,1 Millionen Euro weitere 9,9 Millionen Euro den Rücklagen und damit dem Kernkapital zuzuführen, sowie an die 167.631 Mitglieder der Bank eine stabile Dividende von 4,0 Prozent auszuschütten. Diese besteht aus einer Basisdividende in Höhe von 3,0 Prozent sowie aufgrund der guten Ertragslage aus einer zusätzlichen Bonusdividende von 1,0 Prozent. Insgesamt beläuft sich die Dividendenausschüttung auf eine Summe von rund 10,5 Millionen Euro.
Voraussichtliche Entwicklung
Die VerbundVolksbank OWL eG erwartet für 2026 eine zurückhaltende Konjunkturentwicklung und ein stabiles bis leicht steigendes Zinsumfeld. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, der Energiepreisentwicklung und der globalen Handelskonflikte ist die weitere Entwicklung jedoch nur schwer vorherzusagen.
Zentrale Themen für die mittelständischen Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon sind die Digitalisierung, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, zunehmender weltweiter Wettbewerb, veränderte Lieferketten, die Energiepreisentwicklung und die Gewinnung von Fachkräften. Um Investitionen in Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Wachstum anzukurbeln, sind politische Weichenstellungen für die richtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen essenziell. Dazu gehören insbesondere auch ein spürbarer Bürokratieabbau und gezielte Investitionsanreize.
Der Vorstand plant, den erfolgreichen Weg der VerbundVolksbank OWL eG fortzusetzen und sowohl auf der Kredit- als auch auf der Einlagenseite weiter qualitativ zu wachsen. Wie im Geschäftsjahr 2025 soll das Wachstum dazu beitragen, das bestehende hohe Niveau bei der Ertragslage fortzuführen und auch weiterhin für eine zukunftsorientierte Eigenkapitalausstattung zu sorgen.
Die geplanten Zuwachsraten im Kredit- und Einlagengeschäft dürften mit Blick auf die zu erwartende Zinsentwicklung zu einer weiteren, leichten Steigerung des Zinsüberschusses führen. Zudem soll das Provisionsergebnis weiter gesteigert werden. Grundlage dafür ist eine weiterhin intensive Beratung der Mitglieder und Kunden in den provisionsabhängigen Geschäftsfeldern.
Die VerbundVolksbank OWL eG hat sich in den vergangenen Jahren eine hohe Effizienz erarbeitet. Auf der Kostenseite sind im Geschäftsjahr 2026 deutliche Steigerungen zu erwarten, unter anderem durch weitere Gehaltserhöhungen im Zuge der mehrstufigen Tarifsteigerungsvereinbarungen im aktuellen Tarifvertrag für die genossenschaftliche Bankengruppe wird die Cost-Income-Ratio voraussichtlich auf 53 Prozent steigen.
Aufgrund der eigenen Marktposition, des umfassenden Dienstleistungsangebots und des hoch engagierten Bankteams geht der Vorstand davon aus, dass die VerbundVolksbank OWL eG ihre genossenschaftliche Stärke und hohe Mitgliederfokussierung auch im laufenden Geschäftsjahr 2026 erfolgreich in Wirkung bringen wird.












