
William Vorndamme, Brigitte Vorndamme, Alexander Vorndamme-Zentarra, Friedrich Vorndamme, Diana Vorndamme, Henry Vorndamme
Das Unternehmen Heinrich Vorndamme OHG
Wenn Feuerwehrleute im Einsatz sind, müssen sie gut gegen Hitze und Flammen geschützt sein.
Das Unternehmen Heinrich Vorndamme OHG aus Horn-Bad Meinberg produziert Feuerwehr-Schutzkleidung.
Dem Chef und seinen Mitarbeitenden gibt es Sicherheit, dass das Unternehmen in der Region bestens eingebunden ist
– und dass intern ein großer Zusammenhalt herrscht.
Für viele Kinder gelten sie als Helden, und erreichen kann man sie am besten unter der Nummer 112: Feuerwehrleute. Sie retten nicht nur Katzen von Bäumen und Menschen aus Unfallautos. Im schlimmsten Fall müssen sie auch in brennende Gebäude hinein, um Menschen und Tiere aus den Flammen zu retten. Ein gefährlicher Job. Und damit sich die Feuerwehrfrauen und -männer bei ihren Einsätzen nicht lebensgefährlich verbrennen, sind sie auf Ausrüstung angewiesen, die sie vor Flammen schützt.
Solche Schutzkleidung produziert das Unternehmen Heinrich Vorndamme OHG aus Horn-Bad Meinberg – unter dem Markennamen isotemp. „Ich bin immer stolz, wenn ich Feuerwehrleute sehe“, sagt Alexander Vorndamme-Zentarra, der das Familienunternehmen in fünfter Generation leitet. „Sie setzen im schlimmsten Fall ihr Leben aufs Spiel, und deshalb müssen sie so gut wie möglich ausgerüstet werden.“
Die Idee für einen Hitzeschutz hatte der Schneidermeister Wilhelm Vorndamme, Vorfahre der Frau des aktuellen Geschäftsführers, bereits im Jahr 1907. Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und störte sich daran, dass sich die Feuerwehrleute häufig Nasen und Ohren verbrannten. Daher entwickelte er eine Kopfhaube und Handschuhe, die sie vor den Flammen schützen sollten. Das Problem: Man musste den Leinenstoff vor dem Einsatz in kaltem Wasser tränken. Nur solange der Stoff nass war, konnte er kein Feuer fangen. Heute, fast 120 Jahre später, müssen Feuerwehrleute dank technologischer Fortschritte ihre Montur nicht erst in Wasser baden. „Wir arbeiten heute mit Materialien, die nicht brennbar sind“, sagt Vorndamme-Zentarra. „Das macht vieles einfacher und sicherer.“
„Wir verkaufen nichts von der Stange,
sondern produzieren nach Auftrag.“
Alexander Vorndamme-Zentarra


Modische Ansprüche sind gewachsen
Doch nicht nur die Stoffe haben sich verändert, sondern auch modische Anforderungen. „Früher war die Schutzkleidung schlicht dunkelblau“, sagt Vorndamme-Zentarra. „Heute versuchen aber viele Kunden, ein modisches Statement zu setzen.“ Zur Laufstegkollektion wird Feuerwehr-Kleidung dadurch zwar nicht – mittlerweile schneidert das Unternehmen jedoch auch zweifarbige oder sandfarbene Monturen. Die Stoffe dafür kauft die Heinrich Vorndamme OHG überwiegend in Deutschland, geschneidert wird im Nähsaal des Unternehmens in Horn-Bad Meinberg. Dort nähen Schneiderinnen und Schneider jede Garnitur von Hand zusammen. „Wir verkaufen nichts von der Stange, sondern produzieren nach Auftrag“, sagt Vorndamme-Zentarra.
Es gibt zwar ein Grundmodell, das könne jede Feuerwehr aber individualisieren. Manche wollen etwa den Schriftzug auf der Jacke lieber in Rot, andere in Gelb. Auch zusätzliche Taschen sind möglich, wenn Feuerwehrleute beispielsweise eine Taschenlampe verstauen wollen. Rund 1.500 Euro kostet eine Garnitur – lange hält sie dennoch oft nicht. „Wenn man damit in einem brennenden Haus war, kann man die Jacke und Hose danach teilweise wegschmeißen“, sagt der Unternehmenschef.


Nicht nur Flammenschutzkleidung
Diejenigen, die Vorndamme-Zentarra und seine rund 100 Mitarbeitenden einkleiden, arbeiten sowohl bei Berufs- als auch bei freiwilligen Feuerwehren – meist in mittelgroßen bis kleinen Teams, wie etwa bei der Feuerwehr in Bochum. „Bei großen deutschen Berufsfeuerwehren würde es eng werden“, sagt der Unternehmenschef. „Die bestellen pro Jahr auch mal bis zu 5.000 Garnituren. Das wäre für uns schwierig.“ Neben Flammenschutzkleidung produziert das Unternehmen außerdem Hitzeschutzkleidung für Menschen, die zum Beispiel in Stahlwerken am Hochofen arbeiten. Zudem gehört Chemikalienschutzkleidung zum Repertoire des Unternehmens – auch Chemieriesen wie Bayer oder BASF kaufen Schutzkleidung aus Ostwestfalen-Lippe.
Ob Jacken und Hosen heißer Luft und Flammen auch wirklich standhalten, testet der Chef übrigens jedes Jahr selbst. Dafür setzt er sich sekundenlang Flammen aus. „Beim ersten Mal war ich ziemlich aufgeregt“, sagt er. Mittlerweile sei das aber Routine. Verletzt habe er sich bis auf eine kleine Brandblase am Fuß noch nie.
„In unserem Familienunternehmen setzen wir auf einen
vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang mit
allen Mitarbeitenden.“
Diana Vorndamme
Sinn und Gemeinschaft im Betrieb
Nicht nur der Chef selbst setzt sich mit vollem Einsatz für sein Unternehmen ein. „Wir haben hier einen sehr guten Zusammenhalt im Betrieb. Als vor Kurzem der Krankenstand sehr hoch war, beschlossen die verbliebenen Mitarbeitenden, auch samstags zu arbeiten. So konnten wir trotzdem alle Aufträge pünktlich liefern“, lobt er.
Vorndamme-Zentarra erlebt seine Arbeit als sehr sinnstiftend, nicht nur weil er Feuerwehren ausrüstet, sondern auch, weil ihn die Gemeinschaft im Unternehmensumfeld stärkt. Dazu zählt Vorndamme-Zentarra auch die VerbundVolksbank OWL eG, mit der die Familie seit Jahrzehnten eng verbunden ist. Nicht nur ist das Familienunternehmen Kunde der Volksbank – Vorndamme-Zentarra bringt sich außerdem als Mitglied des Beirats der Volksbank Detmold ein. „Ich mache das sehr gerne und finde den Austausch immer sehr konstruktiv“, sagt er. Die Bank stärke ihm den Rücken, und so kann sich das Unternehmen auf das konzentrieren, was es am besten kann: nämlich diejenigen ausrüsten, die uns vor den Flammen schützen.
